„Holder! Holder!“ schluchzte sie und warf sich an sein Herz und weinte heiße Thränen.

„Und Idalla weint?“

„Ach, Idalla muß weinen, denn sie ist Holdern zu gut!“ rief sie, und klettete sich fest an ihn, und es war ihr, als ständ’ ihr Vater ihr zur Seiten und segnete sie.

Holder sank an Idallens Busen. „Ich glaub’ eine Seelenwanderung,“ rief er mit nassen Augen: „ich höre Rikchens Stimme; aus dir spricht wieder meiner Friedrike Geist zu mir!“

Er schwieg. Die Eichen summsten im Winde. Die abendliche Natur feierte mitempfindend das Fest der schönen Seelen. Rikchens Geist schien auf einer Wolke niedersinkend, ihrem Holder Beifall zu lächeln.

Siebentes Kapitel.
Das Abentheuer im Walde.

Erst am Abend des folgenden Tages kam Duur von seiner Jagd heim. Aengstlich und bekümmert hatten Holder und Idalla den ganzen Tag vergebens seine Zurückkunft gehofft.

Wie heiter lachte ihm Holder nun entgegen; wie freundlich drückt’ ihm Idalla die Hand! Er kam aber nicht allein, sondern ein fremder Mann mit ihm.

Florentin war finster. Er warf die Flinte in einen Winkel nieder und bat für den Fremdling um Speis’ und Trank und Nachtlager.

Gastfreundlich trug die liebe Wirthin ihr Bestes auf. Florentin warf sich in einen Sessel, und lachte bald und knirschte bald mit den Zähnen.