Aber Florentin saß da, starr und unbeweglich, sah und hörte nicht. Sein räthselhaftes Betragen ward mit jedem Augenblick auffallender.
Es war ein langweiliger Abend. Der Fremde sehnte sich endlich zur Ruhe. Idalla wies ihm sein Lager.
„Was fehlt Dir, Florentin?“ fragte Holder endlich in einem herzlichen Tone, indem er die Hand des Sonderlings ergriff: „Du bist niedergeschlagen!“
„Laß mich!“
„Nein, ich kann unmöglich länger ein verlegner Zuschauer deines Mißmuths seyn. Erkläre Dich. Sey offenherzig. Was hast Du vor?“
Florentin antwortete nicht, sondern ein tiefer Seufzer drängte sich aus seiner Brust auf. Holder schüttelte den Kopf. Idalla warf den Arm um ihren Liebling, und sah, das Haupt traulich an seine Achsel gelehnt, der ungewohnten Szene zu.
„Bruder!“ rief Florentin endlich, stand auf und ergriff Holders Hand mit Ungestüm: „Hast Du mich betrogen? — Bei dem ewigen Gott, bei unsrer Freundschaft, bei der Asche meiner Schwester, die Du einst so sehr liebtest, bei allem was dir theuer war und noch ist, sei beschworen: hast Du mich betrogen?“
Holder. (kalt.) Ich Dich betrogen?
Florentin. (mit glühndem Gesicht.) Hast Du mich betrogen?
Holder. Ich verstehe Dich nicht.