„Ich will werden, wie Du“ — lächelte Duur: „darum will ich hinaus und mir eine Idalla suchen.“
„Und ich will auch nicht müssig bleiben während Deiner Entfernung,“ entgegnete Holder: „eine Hütte will ich Dir und Deiner Idalla inzwischen bauen, und wenn Du heimkömmst sollst Du alles vollendet finden, um ein patriarchalisches Leben zu führen.“
Die Anstalten und Zurüstungen zum Ausfluge in die neue Welt wurden gemacht; Florentin belud sich mit einem Theil der Juwelen und Steine des achtzehnten Jahrhunderts; Matthias der Luftgondler ließ sich von der geschäftigen Idalla den Renzel füllen mit Speis’ und Trank; jeder nahm seinen Wanderstab zur Hand und der treue Pudel sprang hoch und freundlich an dem Grafen auf.
„Lebt wohl!“ tief Florentin, und preßte Holdern und Idallen in einer langen Umarmung an seine Brust und seine Augen funkelten von einer Thräne, als er den weinenden Karl zu sich empor hob.
Holder geleitete die Wandrer bis zum jenseitigen Ufer des Sees, und schied dann von ihnen mitWehmuth. Idalla und Karlchen standen am Inselufer und riefen tausendmal Lebewohl und warfen tausend Küßchen hinüber, bis die Theuren unter dem Laube der Gebüsche ihnen aus den Augen verschwanden.
Der Graf kannte dies Revier meilenweit umher durch seine Jagden. Er wanderte gen Nordost, wo er am ehsten Weg und Steg und Menschen zu finden hoffte.
Gegen Abend trafen sie wirklich in der Wildniß eine Spur von befahrnem Wege, und ohne Zögern ward die glückliche Entdeckung benuzt. Die Waldung schien sich allmählig zu verdünnen; die Gegend wurde unebner, felsichter. Auf dem Gipfel eins Berges hielten sie zulezt an, um auszuruhn, denn die Nacht war schon eingebrochen.
Matthias schnürte den Renzel auf und that sich gütlich; nur Florentin konnte noch nicht rasten. Er kletterte von einem Fels zum andern in die Höhe, um wo möglich noch eine frohe Entdeckung zu machen.
Allein die wilden Berg und Klippen
Stehn, wie ein Lanzenheer vor ihm gedrängt;