„Für Euch, Ihr edeln Söhne des achtzehnten Jahrhunderts, Julius und Vinzenz! die Ihr Euer Zeitalter freiwillig verliesset, um ein glücklicheres aufzusuchen, muß diese Nachricht, welche ihr von uns empfanget, wenig tröstend seyn, da sie Euern schönen Traum von einer frohen Nachwelt unwiederbringlich zerstört. Allein Ihr seid Männer — wir geben Euch den herben Trank der Wahrheit, wie er ist, und wollen ihn nicht mit dem Honig der Lüge verzuckern.“

„Wir sind vollkommner und elender geworden; wir haben tausend neue Erfindungen gemacht, und tausend neue Räthsel in der Natur gefunden; wir haben neue Wissenschaften, Lehrsätze und Wahrheiten, aber auch eben so viel neue Irrthümer; wir haben unzählige neue Produkte der edeln und unedeln Künste, aber auch eben so viel neue Bedürfnisse; wir haben viele sonst unbekannte Speisen und Getränke und Bequemlichkeiten, aber auch viele sonst unbekannte Krankheiten — seht, dies ist alles, was wir Euch über die Fortschritte der Menschheit sagen können.“

„Seyd glücklich, Ihr Beide, so sehr Ihrs nach der Disposition Eures Körpers und Geistes seyn könnet. An uns soll es nicht liegen, wenn Eure Wünsche nicht erfüllt werden.“

So sprach der ehrwürdige Redner, und schwieg. Eine tiefe, schwermüthige Stille folgte seinen Worten.

Vinzenz und Julius verliessen ihren Thron und mischten sich unter die Versammelten. Gern hätte Florentin tausend Fragen an Holdern gethan, aber theils war dieser von vielen andern Fragern umringt, theils hatte er selbst für sich genug den neugierigen Schwarzen zu beantworten. — Die Becher wurden mit Wein gefüllt; alles überließ sich der Freude, und Florentinen erstarben allmählig die Gegenstände dieser Versammlung, wie die Bilder eines Traums.

Er erwachte von einem festen, tiefen Schlafe. Die Sonne stand hoch am Himmel und schien warm durch die Zweige der Jelängerjelieberlaube, wo Freund Josselin, auf die Rasenbank hingeworfen, noch ruhig fortschlummerte.

Florentin rieb sich die Augen, und sah sich wild um. —

„Was ist das?“ rief er: „hab’ ich wirklich nur geträumt, oder war dies eine Spielerei der schwarzen Brüder?“

Josselin schnarchte, und lies sich nicht stöhren. „He Josselin! Josselin!“

Josselin erwachte; er sah sich bestürzt um; „Nun, wahrhaftig!“ fing er lächelnd an: „wir können doch in der Welt noch für Schläfer gelten!“