„Still davon — wir sehn uns wieder!“

„Wir sehn uns wieder!“ rief Duur mit Wehmuth und sank an Imada’s Herz.

Es war dunkler und kühler geworden. Man vermißte die Beiden schon längst in der Gesellschaft. — Es ließ sich ein Räuspern in der Nähe hören.

„Man sucht uns auf!“ lispelte Imada; und indem sie dies sagte, trat ihr Oheim, der Graf von Gabonne — ein alter, freundlicher Krieger mit narbenvoller Stirn und schneeweissem Haupte — aus dem Gebüsch am Teich hervor.

Imada flog ihm mit ausgebreiteten Armen entgegen; sie warf sich an seinen Hals; ihre ganze Bewegung schien dem bestürzten Duur Ausbruch eines verhaltnen Entzückens, ihre Stimme ein seliges Jauchzen zu seyn.

Er rieb sich die Stirn — diese Verwandlung hatt’ er nicht erwartet; eine solche Freude verrieth mehr, als Liebe für den Oheim, oder Vergnügen an seinem Hieherkommen.

„Weiber! wer ergründet Euer Herz, wer studirt Eure Laune aus, wer die Falten Eures Charakters? Niemand in der Welt, auch der erfahrenste Menschenkenner nicht — und Ihr selbst? — am allerwenigsten!“ — rief Duur mit eingem Unwillen.

Drittes Kapitel.
Sie wandern alle in ihre Heimath.

„Leb wohl! und folg mir bald!“ rief Holder, indem er seinen Bruder noch einmal in die Arme schloß und an sein redliches Herz drückte.

„Leb wohl! tausend Küsse Deiner Idalla, und meinem Karl, die in der Einsamkeit Dir entgegen seufzen. Leb wohl! Ich folge Dir bald!“ entgegnete Florentin, dems weh und bang ums Herz ward, ungeachtet die Scheidung nicht auf ewig gelten sollte.