Wie sie zu dieser wirklich unvermutheten Stellung in allmähligen Uebergängen des Gesprächs gekommen seyn mögen, weiß ich selber nicht. An alle dem sind unsre episodischen, unzeitigen Plappereien Schuld gewesen. Künftig wollen wir uns besser in Acht nehmen.
Also: küssend — —
„Und nun ists gewiß?“ sagte Imada, indem sie den Traurigfrohen sanft zurückdrängte.
„Gewiß! ich komme zu Ihnen nach Mont-Rousseau, und zwar zu Ihrem Vermählungsfeste, und wenn mich der Schmerz beim Anblick des Glücklichen tödten sollte. — Ich komme!“
„Das soll mir die reinste, entscheidendste Probe Ihrer Freundschaft seyn. — Mein Vermählungstag ist der erste September!“
„Gott, so bald?“
„Schon wieder der alte Ton? — Mit einem Worte, Sie kommen. Dann wird doch der unglückselige Tag eine Freude für mich haben, und die ist — Sie zu sehn. O, Duur, lieber Duur — ich hätte Sie nicht so sehr liebgewinnen müssen, wenn meine einstige Ehe nur halbleidlich für mich seyn sollte — — — Duur, Sie lieben mich, ich Sie —, Freundschaft ist oft zur Liebe ausgeartet, lassen Sie bei uns izt die Liebe zur Freundschaft werden.“
„Freundschaft ist der schönsten Lebenslust erster Sprösling; der Sprösling treibt unter glücklichen Verhältnissen weiter auf, wird Blume, heißt Liebe. — Unsre Liebe in Freundschaft verwandeln, heißt der Blume ihre Krone abschlagen, und sie dem Sprösling ähnlich machen — ach sie wird nie Sprösling werden, sondern bleibt der traurige Stumpf — einer zerstörten Blume.“
„Und auch dann noch dem, der sie kennet, lieb und theuer!“
„Wie ein Schattenriß von verstorbnen Freunden!“