„Sollen wir nicht ein Feuer anzünden, Kapitän?“ fragte Lindo.
„Es würde schwerlich brennen,“ erwiderte Kapitän Mors, „denn Du siehst ja, hier ist alles mit Feuchtigkeit förmlich gesättigt und dann glaube nur nicht, daß sich die Wesen, die hier leben, durch das Feuer abschrecken lassen. Im Gegenteil, sie möchten neugierig hinzukommen.“
Bald wurde es wieder dunkel, aber nun hörten die fünf Männer, die am Rande des Waldes harrten, seltsame Töne, die aus dem scheinbar undurchdringlichen Dickicht herüberschallten.
Furchtbare Töne waren es. Man hörte ein Schnaufen, ein Aechzen, als wenn der Sturmwind wehte. Dann krachte es und brach es zwischen den farrenartigen Bäumen, als ob sich massige Körper hindurchwälzten.
Auch in den Lüften ließen sich sonderbare, schreckliche Laute vernehmen, ein Klatschen und Flattern, ab und zu hörte man ein durchdringendes schrilles Pfeifen, einige Male war es den Männern auch, als ob ein großer schwarzer Schatten durch die Luft und Finsternis segelte.
Als es aber nach anderthalb Stunden hell wurde, war alles ruhig, da war nichts zu hören und nichts zu sehen.
„Also gibt es auch hier ein Nachtleben,“ sprach der Professor zu Mors. „Eine nächtliche Tierwelt. Die lebt da drinnen in dem Dickicht und sicherlich war es ein Urvogel oder eine riesengroße Fledermaus, die während der Dunkelheit über unseren Häuptern dahinflatterte.“
Jetzt versuchte man in das unheimliche Dickicht einzudringen, aber das erwies sich als unmöglich. Der Boden war weich, durchlässig, wie ein Schwamm, beim ersten Schritt in das Dickicht mußte man bis an den Leib einsinken.
Als Lindo es dennoch versuchte, krachte und prasselte es neben ihm in dem undurchdringlichen Gebüsch, der Inder prallte zurück, aber er glaubte noch etwas unheimlich Großes gesehen zu haben, welches sich durch das Dickicht fortwälzte, dunkel, schleimig, ein Untier, welches offenbar sein Heil in der Flucht suchte.
„Sicherlich ist das eine der Rieseneidechsen gewesen,“ sprach der Professor. „Die hausen hier in dem undurchdringlichen Farrenwalde. Merkwürdig, daß uns der Koloß nicht angegriffen hat. Das ist ein Beweis, daß selbst diese Giganten vor dem Anblick der Menschen erschrecken. Wir mögen dem Riesentier allerdings sonderbar genug vorgekommen sein.“