Die eigenartige Luft täuschte und der Wald war ferner, als man geglaubt hatte.
Durch die mitgenommenen Ferngläser konnte man schon unterscheiden, daß sich dieser Wald von allem, was man auf der Erde gesehen, bei weitem unterschied.
Anfangs konnte man die Waldbäume für Palmen halten, aber bei näherer Betrachtung glichen sie eher riesigen Farren, alles hatte einen unheimlichen, schier gespenstigen Anblick.
Man sah keinen Vogel, keinen Schmetterling, freilich waren hier noch immer die kahlen, nackten Felsen. Drüben im Walde konnte es anders sein, da konnte sich ein merkwürdiges Tierleben zeigen.
Aber jetzt veränderte sich die Formation des Bodens, das Felsgestein verschwand allmählich, der Boden war weich und sumpfig.
„Acht geben,“ klang Kapitän Mors’ Stimme, die ganz eigentümlich in der dicken Luft ertönte. „Acht geben, wir müssen im Gänsemarsch gehen. Einer hinter dem anderen. Sonst versinken wir hier ins Bodenlose. Das ist ein Sumpf der Urzeit. Ein Morast, in dem wir spurlos verschwinden können. Aber hier geht eine Felsenrippe hindurch, die müssen wir benutzen.“
Es war in der Tat die größte Vorsicht geboten, um so mehr, als der ausnehmend kurze Tag ja schon wieder zu Ende ging und die eben so kurze Nacht herannahte.
Kapitän Mors und seine Begleiter aber hatten elektrische Laternen mitgenommen und so konnten sie den steinernen Weg durch den Sumpf verfolgen. Diese Felsenrippe war der einzige Pfad, welcher zu dem Wald hinüberführte.
Es wurde schnell dunkel, aber das elektrische Licht zeigte den Weg. An einer Stelle, wo sich der Felsenpfad verbreiterte, wurde kurze Rast gemacht. Nach anderthalb Stunden wurde es schon wieder Tag, da sich der Planet mit riesiger Geschwindigkeit um sich selbst drehte. Links und rechts war der Morast, aber dort war alles still. Kein Laut unterbrach das unheimliche Schweigen.
Endlich war man am Walde angelangt, aber Kapitän Mors machte vorläufig keine Anstalten, hineinzugehen. Der kurze Tag war schon wieder zu Ende.