„A Hosenrock, a Hosenrock.“
Spitzbäuche und Papuafrisuren rissen die Mannsleute heran:
„A soa Weibstuck, a soa ganz ausg’schaamts, a soa Großkopfate!“
„A soa Madame.“
„Oin iebermietiger Adel und ein verrottetes Bürgertum“ ... begann das ausrangierte Schachrössel — —
„Eiterbeule am Pestleib des Kapitalismus“ ... fuchtelte der kleine Leitjude. „Schamlose Provokation des klassenbewußten Proletariats ... Genossen, setzt euch zur Wehr ... der gesunde Sinn des werktätigen Volkes darf nicht dulden ...“
„Geiler welscher Tand,“ röhrte es jetzt dazwischen aus dem wallenden Dallmeyer-Schädel, den Häusern angeklemmt im Trupp der Ausflügler.
Nur helleingesehene Unmöglichkeit, sich dorthin durchzuboxen, hielt Horus ab, sich gerade auf diesen reißend Verpöbelnden zu werfen, doch auch seine Glieder waren eingekeilt zwischen Mauer und Mob.
Einen Moment duckte sich Stille im Raum. Bogenlampen flirrten hoch darüber. Dann grellte ein Ton auf, dem sich in der ganzen Natur an Gemeinheit nichts vergleicht. Der infernalische Ton eines johlenden Europäerhaufens pfiff hinter dem hingespienen Zigarettenstummel drein, zwischen Fingerstumpen hinausgegellt als onanierende Niedertracht.
„Der Hosenrock muaß aver ... übern Hintern gspannt, ghörat er ihr, der Hosenrock.“ Ein Stierkerl mit Wurstpratzen hatte es gebrüllt. Temperamentlose Wut aus eiskaltem Schweinespeck gebar zuerst Moralsadismus. Die Weiber heulten Triumph. Das wieherte, spie, trampelte im Rudel heran um die weinende Frau. Unter gingen ihre Hilferufe im Gegröle des Mob. Von der Welle aus Feigheit in Frechheit hinübergespült, warfen sich die zwei Halbwüchsigen platt auf den Bauch, krochen ihr unter den Rock, hoben ihn rechts und links mit den Köpfen hoch, zerrten die Beine der Wimmernden auseinander, daß sie mit dem Gesicht platt in den Kot fiel ... Mit haßkrummen Pfoten stürzten sich die Weiber über die Liegende, rissen ihr die Kleider in die Höhe, die Hose auseinander ... der russische Nasenbohrer fanatisierte die Herde rechts und links, wie ein anspringender Hetzhund.