Hatte unbemerkt in ihrer Art zu warten geschwelgt, und wie man ihn vermißte.
Sie umflammend, nahm er oben im Schlafgemach das Saffianschiffchen am Ende des feinen Seidenbeines an sein Herz, küßte die rote Spitze.
„Wäre ich reich, hier hinge morgen eine schwarze Perle — riesengroß.“
Dies: „wäre ich reich“, scherzend nannte sie es: seine irreale, hypothetische Periode. Doch das Festliche des Wiedersehens war für diesmal verdorben. Der nächste Kontoauszug blieb uneröffnet. Das Sparen hatte er ihr somit abgewöhnt und gründlich.
Wie sie ihn begriff, in der Ganzheit ihres Herzens, daß er den Anspruch höher trieb und höher: in die Grenzen des Unmöglichen hinein und, wenn ihr die Erfüllung doch gelang, wie war er voller Dankbarkeit:
„Endlich, ohne Surrogatempfindung lieben können, welche Erlösung. Wieviel Enttäuschungen habe ich schon an Frauen erlebt.“
Der Kult ihrer Persönlichkeit steigerte seine Härte gegen alle Anderen. Gern übertrieb er dann den Physiologen durch Kraßheit der Diktion:
„Jede Frau sollte man eigentlich, hat sie ihr Erstgebornes abgestillt, erschlagen, als für den Mann erotisch nicht mehr brauchbar und überflüssig für das Kind. Güte, Rücksicht, Großmut, Treue: alles Männerart, ob eine Frau einen wahrhaft liebt, weiß man ja erst, bis sie sich für einen umgebracht hat.“
Sibyl grübelte:
„Hat er das wohl auch seiner achtzehnjährigen Frau, der schwer hysterischen, gesagt, eh’ sie ins Wasser ging?“