Da kam, erst schwach, weit herauf eine Straße ohne Anfang, Holpern eines Karrens, und auf ihm festgebunden ein Geheul.

Kein Schritt, kein Huf von etwas, das den Karren zog. Es fehlte wohl ein Rad. Der Karren hinkte.

Immer näher kam das liegende Geheul. Ein gemartertes Tier? Ein Kind? Eine Frau? Kein Erkennungszeichen mehr: die Qual hatte jede Form zerbrochen. Was vielleicht einst Merkmal gewesen: Klage, Empörung, Angst, war längst matt herabgeglitten auf die Straße ohne Anfang.

Jetzt war es da. Gerade unter dem Fenster. Da schwoll das Geheul zu einem Laut von so hemmungsloser Erniedrigung, daß das Graue aus der Luft an ihm gerann.

Ein gemartertes Tier? Ein Kind? Eine Frau?

Oder Schauer gereizter Ermattung, die sich aus Klang ein Gleichnis schufen? Sie würde es nie erfahren. Lag festgefroren an das Bett — die Brust bis oben voll bleicher Herzen im Kampf.

Langsam knirschte der Karren seinen schauerlichen Bogen vom Zenith des Fensters hinunter, wieder eine Straße ohne Ende, über der langhin das verblassende Geheul stand. — Fern und immer noch.

Sie erhob sich, um zu sterben. Tastete, in allen Knöcheln zerbrochen, nach der Waffe. Etwas klirrte. Das Graue schwand.

Endlich ganz schwarz.

Aus der tiefen Nacht, auf der andern Seite der Zeit, trieb es sie langsam wieder zurück.