Und ohne auch nur aufzusehen, schob die Karachan mit hörbarem Knall ihr Antiphon wieder in das Runzelohr:
„Manasse, Sie sind am Zug.“
Es waren ihre einzigen Worte an diesem Abend.
Wie man einem bockenden Nilpferd achselzuckend ausweicht: „It’s the nature of the beast,“ so entfernte sich die Lady Patroneß.
An einem der nächsten Tage kam Manasse und forderte Horus zu einer Partie Schach auf, wie er durchblicken ließ, auf Geheiß der Fürstin. Im übrigen ignorierte sie ihn genau wie den Rest der Gesellschaft. Nur zu markanten Persönlichkeiten — Menschen mit etwas wie Köpfen: dem vercherubten Aasgeier Elihu Lincoln Rosenbusch, auch Archie Payne, kam regelmäßig Manasse, um sie dem Schach zu gewinnen, denn er war ein faszinierender und außerordentlicher Lehrer.
Horus, der all seine Zeit auf Skiern verbrachte, hatte nach einigen Partien weiteres Spiel abgelehnt. Da ließ sie ihn sich vorstellen.
„Ich habe die Freßsucht,“ und auf den kleinen Lemur deutend, „das ist mein Darmlakai — oder heißt es Internist, kurz einer, der eine Lebensrente dem einmaligen ‚großen Schnitt‘ am Patienten vorzieht.“
Der also Eingeführte rutschte nervös hin und her — warf überquer allerhand Angelhaken nach Einverständnis.
„So hat Manasse versagt, Sie einzufangen,“ fuhr die Fürstin fort, „schade, Sie sehen begabt aus. Wissen Sie denn noch nicht, daß bei dieser heillosen Rasse eben alles zum Unheil ausschlagen muß — auch die Intelligenz — vielmehr gerade diese. Da sperrt man sie noch am sichersten ins Schach. Dort ist sie wenigstens unschädlich; eingekapselt wie eine Trichine.“
Und Horus sah zum erstenmal, daß dies Gesicht als schmaler Docht in seinem eigenen Talg stand, daß da vielleicht eine hohe Seele sich hinter einem Sack voll Eingeweide verschanze, hinter Autobrillen und Antiphonen, Tabak, Zynismus und Fraß.