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Helen Keller.

Mit Beginn des nächsten Jahres wird Helens Ausdrucksweise bestimmter. Sie gebraucht mehr Adjektiva, auch Adjektiva der Farbe. Obgleich sie keine sinnliche Kenntnis von Farben haben kann, so vermag sie doch die Worte in verständiger, zutreffender Weise zu gebrauchen. Der folgende Brief enthält die Schilderung eines Picknicks im Walde und zeigt, in welcher Weise Fräulein Sullivan die Erholungsstunden zur Belehrung auszunutzen wußte.

An Herrn Michael Anagnos.

Tuscumbia, Ala. 3. Mai 1888.

Lieber Herr Anagnos. Ich freue mich, heute an Sie schreiben zu können, da ich Sie sehr liebe. Ich war sehr glücklich, hübsches Buch und niedliche Bonbons und zwei Briefe von Ihnen zu erhalten. Ich werde Sie bald besuchen und viele Fragen über Länder an Sie richten, und Sie werden gutes Kind lieben.

Mutter macht mir hübsche neue Kleider, die ich in Boston tragen werde (to wear in Boston), und ich werde niedlich aussehen, um kleine Mädchen und Knaben und Sie zu besuchen. Freitag gingen Lehrerin und ich zu einem Picknick mit kleinen Kindern. Wir spielten Spiele und aßen Mittagbrot unter den Bäumen, und wir fanden Farne und wilde Blumen. Ich ging in die Wälder und lernte Namen von vielen Bäumen. Es gibt Pappel- und Zedern- und Fichten- und Eichen- und Eschen- und Hickory- und Ahornbäume. Sie werfen einen angenehmen Schatten, und die kleinen Vögel lieben es, sich auf den Bäumen hin- und herzuschaukeln und zu singen. Kaninchen hüpfen, und Eichhörnchen laufen, und häßliche Schlangen kriechen in den Wäldern. Geranien und Jasminrosen sind kultivierte Pflanzen. Ich helfe Mutter und Lehrerin sie jeden Abend vor dem Essen begießen.

Vetter Artur machte mir eine Schaukel in der Esche. Tante Ev. ist nach Memphis gegangen. Onkel Frank ist hier. Er pflückt Erdbeeren für das Mittagessen. Nancy ist wieder krank, neue Zähne machen sie unwohl. Adeline ist gesund, und sie kann am Montag mit mir nach Cincinnati gehen. Tante Ev. will mir eine Knabenpuppe schicken, Harry wird Nancys und Adelines Bruder sein. Kleine Schwester ist gutes Mädchen. Ich bin jetzt müde und will nach unten gehen. Ich sende Ihnen mit Brief viele Küsse und Liebkosungen.