»Mimm!« klang es wieder, und jetzt mit einer Bangigkeit, daß sie sich selbst vor ihrer Stimme fürchtete.
»Was denn, Olly?« rief er schlaftrunken.
»Bitte, Mimm, bring' Licht.«
Es dauerte eine geraume Weile, bis er in seinem grauen, steifen Schlafrock und mit einem Licht eintrat. »Was ist denn los, Olly?«
Sie lag stumm da, ohne zu antworten. Der Mann im Schlafrock fühlte ein Paar große, ängstliche Augen auf sich gerichtet. Was fällt ihr denn nur ein? Es war das erste Mal in seinem Leben, daß seine Nachtruhe durch die Qual eines andern gestört wurde. Das war unbequem. Aber er nahm sich zusammen und sprach sehr freundlich und schläfrig mit ihr.
»Na, was ist denn, mein Herzblatt?«
»Mimm,« sagte sie, »Mimm.« Weiter kam sie nicht. Aber er sah, wie ihr zwei große Thränen über die Wangen rollten. »Mimm, ich bring's zu nichts – es wird nichts mit allem.«
›Herrgott, in deine Hände!‹ dachte Gastelmeier. ›Jetzt fängt das Rangieren auch nachts an. Natürlich nachts, das ist ja das Eigentliche. – Himmlische Christine!‹
Er stand stumm da, denn außer zu diesem eben berichteten Gedankengang war er zu nichts fähig. Sie that ihm sehr leid, daß sie nicht schlafen konnte und sich, wie es schien, nicht wohl fühlte; aber was sollte er dabei thun?
»Mimm, ich bin sehr krank.«