»Geh, schlaf nun.« Er wollte sich wieder aufmachen, in sein Zimmer zu gehen.

»Bleib noch,« bat Olly angstvoll.

»Was ist denn nur?« fragte er. »Das kannst du mir ja, dächt' ich, alles morgen sagen.«

Wieder sah er Thränen über ihre Wangen rollen. Er war zu barsch gewesen. Aber das mußte sie sich abgewöhnen. Wahrhaftig, er kam sich wie eine Kindermuhme vor. Das war nichts für ihn. Nachts auch so eine Wirtschaft, und wenn er sich nicht etwas auf die Hinterbeine stellte, gewöhnt sie sich womöglich diese nächtlichen Unterhaltungen an. »Also schlaf jetzt,« sagte er kurz.

»Mimm, weißt du noch, als du mir damals in den Wagen halfst, war deine kleine dicke Pfote so sanft und sorgsam. Lach' mich nicht aus; – aber damals hast du eigentlich mein Herz gewonnen.«

»So,« sagte Gastelmeier. Er wußte nicht recht, was er darauf erwidern sollte. Er war riesig schläfrig. »Weißt du, Olly, das ist wirklich nur möglich in der allerersten Verliebtheit.«

»Schade,« sagte sie, »es war so hübsch. Sag wenigstens noch etwas Gutes.«

»Na, was denn?«

»Irgend etwas. Sag, daß alles gut wird.«

»Na ja, es ist ja schon alles gut.« Er klopfte ihr auf die Wange und wollte nun endlich gehen.