»Dann lassen Sie ihn ums Himmels willen nicht Maler werden. Er sieht aus, als wenn er gegen ein Sinekürchen nicht abgeneigt wär'. Das möcht' ihm passen. Er schriebe dann alle Tage oder alle vierzehn Tage zwei Zeilen, die von der bösen Welt handeln.«

»Freilich,« meinte Olly, »und sagte dazu: Verflucht! – Verflucht! – Verflucht!«

»Zu sonst was hat er nicht Lust?«

»Zu gar nichts, Maler will er werden, weil er meint, er kann dann so daherhocken mit dem Bleistift in der Hand – und das bißchen Essen würde schon von irgendwoher kommen.«

»Geht er kneipen?«

»Bewahre, er denkt, das kostet Geld. Nicht leichtsinnig sein! Je weniger du brauchst, um so weniger mußt du dich anstrengen. Wenn Sie wüßten, er hat mich schon manchmal bis zur Tobsucht gebracht – aber er ist so gut.«

Emil besorgte das Abendessen, trieb draußen die Köchin an auf seine Weise, spritzte sie mit Wasser zur Küche hinaus und zur Treppe hinab, wenn sie etwas holen sollte und drohte ihr die Haare mit Asche zu bewerfen, wenn sie nicht zur Zeit fertig wäre. In das Zimmer kam er möglichst wenig, denn er hatte einen großartigen Ärger auf Köppert.

Den ganzen Abend lag ein ruhiges Behagen über der Gesellschaft. Das Abendessen war gut und pünktlich besorgt.

»Schau, schau,« sagte Gastelmeier. »Emil! Na, Olly, dein Bruder, wie kommt denn der mit unserm Drachen aus, und wir net?«

»Das versteht er,« sagte Olly – »und wie!«