Diese beiden Unglücksfälle berichtete das Mädchen auf eine trockene sachgemäße Weise, so daß Gastelmeier, der einigermaßen empfindlicher Natur war, sich nicht besonders geschmeichelt fühlte.
Der Herr ist vollgeschmiert, die Palette zerbrochen. Das ärgerte ihn wirklich.
Jetzt sagte die Dame, daß dieser Vorfall kein gutes Zeichen sei für die Mieter eines Zimmers.
»Oho,« meinte Gastelmeier.
»Sie haben das Zimmer gemietet?« sagte das junge Mädchen wieder trocken. »So, dann wundert mich nichts, bei uns gehts immer schief.«
»Emil!« rief sie jetzt – und o Wunder, Emil kam auf den ersten Ruf.
»Führe den Herrn in sein Zimmer und bringe dann alles, um die Ölflecken auszuwaschen.« Auf Emils verwunderte Augen hin berichtete das junge Mädchen mit Gleichgültigkeit den Vorfall noch einmal in aller Kürze.
›In sein Zimmer‹ – hatte sie gesagt. Sie hielt ihn also schon für den rechtmäßigen Eigentümer. Höchst unangenehm. Emil, der dicke Bursche, flüsterte ihr etwas zu und kicherte dabei wie ein Schulbube, der heimlich einen Streich erzählt.
»So«, sagte das Mädchen und wendete sich an Gastelmeier. »Das war also ein Mißverständnis; ich glaubte, Sie wären der Mieter unsres Zimmers. Verzeihung.«
Sie sah ihn mit den dunkeln großen Augen einfach und vornehm an, daß es ihm nicht recht geheuer zu Mute wurde und er nicht wußte, was er des Zimmers wegen sagen sollte. Und es war ihm, als wenn der Teufel seine Zunge einstweilen in Beschlag genommen hätte, als wenn sie ganz ohne sein eigenes Dazuthun die bedenkliche Unterhaltung führte.