Alles lebt der großen meilenweiten Schneewucht zum Trotz doppelt mächtig.

In der einfachen Stube des Wohnhauses sitzen vier Personen bei der Lampe, deren Schein jetzt schon von der Tagesdämmerung geschwächt wird, die weißbläulich zu den breiten Fenstern des Zimmers eindringt.

Schinken, Eier, frische Butter, Schwarzbrot und eine summende, brodelnde Kaffeemaschine stehen auf dem weißgedeckten Frühstückstisch und vier Personen sitzen daran. Ludwig Gastelmeier, einst Pächter, jetzt Besitzer von Rohrmoos, schaut nachdenklich vor sich hin, während er mit einem Fidibus die Pfeife anzündet.

Er ist ein gedrungener Mann, der in einer mächtigen braungehäckelten Weste steckt. Man denkt unwillkürlich bei seinem Anblick an allerlei Strapazen und Hantierungen, wie sie zu landwirtschaftlichem Betriebe gehören.

Sein Sohn Friedrich, der neben der Mutter und einem jungen, blonden Frauenzimmer sitzt, gleicht ihm. Er ist einen guten Kopf kleiner als der Vater, doch auch breit, gedrungen gebaut. Die Augen sind die Augen des Alten, nur hat sich eine fleischigere Nase zwischen dieselben geschoben, so daß sie nicht so nah zu einander haben rücken können, wie die des Vaters.

Der Mund hat dieselbe feuchte Frische, die auf den Lippen des Alten liegt, und die dem Gesicht ein merkwürdig lebensvolles Ansehen giebt.

Niemand spricht etwas Zusammenhängendes. Ein Räuspern, eine kurze Frage, eine kurze Antwort, das Einschenken des Kaffees in die großen, weiten Tassen unterbricht die Stille.

Der Sohn ist offenbar im Reiseanzug.

Sein Pelz hängt an der Wand zwischen einer Auswahl stark angerauchter Pfeifen, zwischen Bastbündeln, Hirschgeweihen, Leinwandsäckchen mit Sämereien, was alles im behaglichen Durcheinander sich darstellt.

»Da wären wir denn so weit,« brummt der Alte, die Pfeife zwischen den Zähnen – »werden auch gleich die Sonne haben. Allons! mit der Lampe fort!«