Olly schüttelte den Kopf. Sie hatte nicht Zeit zum antworten, sie schaute angestrengt, sprach nichts und sah nur – ganz versunken.
Bevor eine Quadrille begann, standen sie alle drei in einer ziemlich stillen Ecke, die aber bald von allerlei Pärchen so überschwemmt war, daß sie sich in der größten Enge befanden. Olly hatte für einen Augenblick Gastelmeiers Arm losgelassen. Das hatte ein sehr erhitzter Herr, dem der Cylinder fast im Nacken saß, benützt, sie mit affektierter Höflichkeit und einem lächerlich tiefen Bückling zum Tanz zu holen.
»Mignon,« sagte er, wie zu einer Katze, und auch er versuchte das Schleierchen über Ollys Lippen zu lüften. Da legte Olly den Arm in den seinen und ließ sich zum Tanz führen.
Annele hatte es früher als Gastelmeier gesehen und stieß einen kleinen Schreckenslaut aus.
»Ist das die soeur?« fragte der Herr und neigte sich vertraulich zu Olly, spitzte die Finger und warf Annele eine Kußhand zu – zum Trost gewissermaßen.
Er hatte aufgeworfene Lippen, glänzend braune Knopfaugen, und war sehr echauffiert. Er führte Olly an ihren Platz und die Musik begann.
War der Walzer schon zärtlicher Natur gewesen, so war es die Quadrille erst recht. Die Pärchen drückten und küßten sich untereinander, daß es nur so eine Art hatte, und in weiße Schultern und Arme wurde gekniffen, daß die roten Male zu sehen waren.
Olly gegenüber biß ein junges Ding mit den glänzend weißen Perlenzähnchen ihren Tänzer in die fette Wange – Olly schüttelte sich vor Ekel.
»Rühren Sie mich nicht an,« flüsterte sie ihrem Tänzer empört zu, als auch er Miene machte, vertraulich zu werden, und »rühren Sie mich nicht an,« flüsterte sie wild und zornig wieder und wieder.