Das schien den feinen Herrn außerordentlich zu amüsieren, er that wenigstens so, behandelte seine Dame mit affektierter Höflichkeit und Hochachtung. – Und Olly sah die erhitzten Gesichter, die sinnlich stieren Augen, die leidenschaftlichen Bewegungen, hörte das Johlen und Aufkreischen; zuletzt sah sie eine unglaubliche Umwandlung, es war ihr, als sei sie nicht mehr unter Menschen, sondern unter einer Horde wilder, wütender Affen.

Kaum war sie frei, so bahnte sie sich den Weg zu Gastelmeier und Annele. Und als sie vor Gastelmeier stand, war dessen gutmütiges, rosiges Gesicht fahl und er sah sie mit einem starren Ausdruck an.

»Hat er Sie geküßt?« fragte Annele. Olly schüttelte den Kopf.

»Das hätte er gebüßt,« sagte ihr Beschützer verbissen.

Olly zitterte vor Erschöpfung, ihr schwindelte und sie faßte Anneles Arm, denn Gastelmeier machte keinerlei Miene, ihr den seinigen zu bieten.

»Ich glaub', du meinst schon wieder, sie hätt's zum Vergnügen gethan?« sagte Annele. »Net wahr?«

»Auf so komplizierte Geschichten,« sagte Gastelmeier kühl, »bin ich nicht eingerichtet.«

Olly hob jetzt den Kopf, sie hatte bisher auf Gastelmeier scheinbar nicht geachtet und war ganz befangen gewesen.

»Ihnen ist es unangenehm, daß ich da mitgetanzt habe,« sagte sie ruhig, »und Sie haben mir Ihren Arm deshalb nicht gegeben? – Sagen Sie 'mal, haben Sie Freunde, die hier öfters die Zeit verbringen?«

Gastelmeier that, als überhörte er die Frage.