»Ach was, Raubtier bei der Esserei! Du kannst darauf schwören, wenn's niemand thut, koch' ich mir den frechen Burschen selbst.«
»Mimm – nein!« sagte Olly, legte ihren Kopf an seinen Hals und streichelte ihm die Glatze, den wunden Punkt seiner Persönlichkeit. Das liebte sie zu thun, er aber liebte es durchaus nicht. – »Laß ihn mir. Du, laß den Karpfen in Ruh!«
»Ja, wenn du dafür sorgst, daß ich was Anständiges zu essen bekomme; nach noch so einem Schlangenfraß, wie wir heut' einen hatten, geht's ihm sicher ans Leben.«
»Beim ersten? – Beim dritten, Mimm! Drei müssen es immer sein, bei allen Dingen.«
»Meinetwegen, aber dann auch auf die Minute, also morgen, übermorgen und noch einmal – dann.«
Die Köchin kam herein. »Sie müssen jetzt sehr gut kochen,« sagte Olly. »Wenn dreimal so schlechtes Essen ist wie heute, dann will der Herr sich den Karpfen selbst kochen. Also bitte, passen Sie auf. Sehr gut muß alles sein. Hören Sie?«
»Jawohl,« sagte die Köchin und lachte. Sie amüsierte sich köstlich hier im Haus. Auch diese Köchin that wieder vollkommen, was ihr beliebte. –
Nach Tische legte Gastelmeier sich zu einem Nachmittagsschläfchen hin. Olly warnte ihn und sagte: »Thu's nicht, Mimm, du wirst zu fett.«
»Was geht's dich an?« erwiderte er, »da werd' ich wenigstens vom Schlafen fett – vom Essen schwerlich.«
»Ja, willst du denn durchaus fett werden?«