»Meinst du etwa nicht?«

Es war ihm schändlich unbequem, diese Unvernunft nach Tische; aber dieses reizende, mädchenhafte Frauchen sein eigen! Sie kam auf die tollsten Ideen und schwatzte und spektakelte mit ihm. »Pfui, deine Stimme,« sagte er, »heiser wie ein Rabe!«

»Wirklich?« meinte sie ganz betreten. »Mimm, ist's so schlimm? Kann ich mich sehen lassen?«

»Aha! Soll ich ihn abbestellen?«

»Nein, nein, Mimm! Das Glück muß man halten. Aber dumm ist's, Mimm, daß ich so eine Stimme heute haben muß – so dumm. In allen Dingen Unglück! Immer dasselbe. Das war von jeher so; immer, wenn ich mich freute, kam etwas dazwischen, immer ein Schnupfen, eine Heiserkeit oder so was. – Giebt's denn nichts dafür?«

»Ja, halt' Ruh! das ist das beste.«

»Nein, nein, dann rostet die Stimme ein – und ich kann auch gar nicht!«

»Herrgott, so ein Frauenzimmer!«

»Wart, Mimm, ich weiß was!« Fort war sie und kam mit einer Palette und Pinseln wieder. Sie stellte sich hinter ihn. ›So, sie scheint wieder arbeiten zu wollen und hat sich ausgetobt,‹ dachte Gastelmeier und reckte sich behaglich zurecht. Da fühlte er auf seiner Glatze ein eigentümliches, ganz angenehmes Streichen und Kitzeln. Was aber wäre ihm auf seiner Platte angenehm gewesen, außer ein neuer Haarwuchs? »Olly, was treibst du?« fragte er.

»Ich mal' dir Haare,« sagte sie, »wunderbare Haare!«