Jetzt riß ihm die Geduld. »Der ist nichts heilig,« brummte er, stand auf und ging aus dem Zimmer; Olly aber lief ihm nach. Er wollte sich grollend auf sein Bett legen. Sie ließ ihm aber keine Ruhe. »Lieber, lieber Mimm, sei wieder gut.« Sie schmeichelte so lange und bat und versprach, bis er ihr endlich verzieh.
»Aber Mimm, es sind noch von den Haaren welche oben!«
»Olly!« fuhr er sie böse an.
»Mimm, er ist doch eigentlich der einzige Mensch in München, der ein Gesicht hat.«
»Wer?«
»Köppert!«
»So, und was hab' ich denn da gefälligst,« fragte Gastelmeier, »wenn nur er ein Gesicht hat?«
»Eine Kartoffel, Mimm.«
»Räum' etwas auf,« sagte er, »und geh nun.« Jetzt war er wirklich böse. Diesmal aber bemerkte sie es nicht. Sie dachte daran, sich umzukleiden. Das erschien ihr aber dumm und weibisch und sie wollte wahr sein, nicht für ihn vorbereitet. Sie war dessen auch sicher, daß sie nichts trug, was sie nicht kleidete. Etwas was nicht zu ihr gehörte, konnte sie nicht einen Tag an sich dulden. Alles mußte leicht sein, anschmiegend, so eine Art Haut.