Da sahen sie sich etwas bewegen – etwas Ungestaltes, Niederes – es glühten zwei Augen, da war gar kein Zweifel – und zwei unbegreifliche, wackelnde Hörner zeigten sich und hoben sich gespenstisch vom dunklen Hintergrund ab! Diese wackelnden Hörner, was sollten die? Was wollten die?

Röse und Marie waren gelähmt vor Entsetzen.

Da mit einem Male ein Zappeln, ein Strampfen, ein Bocken und Stampfen, und wie aus einer Trompete ein urweltlicher, scheußlicher Ton, und – ein Gelächter! Budang war's, der lachte.

Der Mond hatte sich jetzt durch seine Wolken gearbeitet und beleuchtete – ein kleines, graues Ungetüm, das verdutzt auf vier hohen, sparrigen Beinen stand und seinen Riesenkopf mit seinen Riesenohren vor sich hin streckte und horchte.

»Jesses, ein Esel!« rief Röse erlöst.

Durch die Stimmen erschreckt, machte das kleine junge Scheusal hopsend und stolpernd Kehrt und jagte wieder mit vorgestrecktem Kopf in die Nacht und in den Park hinein.

»Weiß Gott,« sagte Budang, »das war der kleine ›Muffel‹, der ist dem Pächter entwischt!«

Sie blieben alle still und betreten, als müsse noch was kommen; zu einem wirklichen, herzhaften Gelächter brachten sie es nicht. Es lag etwas in der Luft, so etwas Rauschendes, Werdendes – so etwas Banges, Wehes. – Auf Windesflügeln fuhr es durch die hohen Bäume und sauste schwer über die uralte Erde hin; es klopfte und pochte überall an, an die schwellenden Knospen, an die Herzen, an die Gräber – denn es war heilige Osternacht, wo die Toten auferstehen!

Fern fiepte es wieder: Fledermäuschen – Käuzchen – verliebtes Nachtgetier.

Jetzt zogen sie über die großen, weiten Parkwiesen. Die Schritte waren unhörbar auf dem moosigen Rasenboden. Eine moderige Feuchtigkeit stieg auf.