Des Menschen Wille schafft die Welt! Weshalb dem jungen Weib nicht ein Nest, worin es werden kann, was es werden will und werden muß, wenn es einmal mit beiden Lungen frei atmen kann, wie ein Geschöpf Gottes und beides hat, ein Kind und Arbeit. Und aus diesem kleinen Nest wird eine neue starke Menschheit kommen — allen zum Trotz, die eine Menschheit von Sklaven und Haustieren wollen.

Achtung wird das Weib unter der Sonne genießen.

Lachen und jubeln wirds!

Die ungeheure Gesetzeslast und die Mißachtung hat die Frau mit einem leichten Fußtritt bei Seite geschoben wie durch ein Wunder, und wieder wie durch ein Wunder ist sie nun frei geworden — und sieht, daß sie nie gefangen war.

Streicht ihr über die verwirrten Augen mit sanften, klugen, wollenden Mutterhänden! und breitet die großen Flügel aus wie Glucken.“

So hatte Isolde, im Stuhl zurückgelehnt, thöricht geträumt, gerade als die würdigen Frauen am Vorstandstisch die Frage aufwarfen: „Soll die Frau den Titel des Mannes führen oder nicht?“

Und dann kam wieder eine andre sehr vernünftige, untadelhafte Frage — sehr korrekt.

Isolden war es zu Mute, als müßte draußen ein dunkles, starkes Gewitter ausbrechen.

Es schien aber helle, grelle Julisonne, kein Wölkchen am Himmel. Schwüle, erdrückende Schwüle im Saal. Die Laubguirlanden strömten ihre Säfte aus.

Es duftete nach sterbendem Laub und heißen Körpern, eine einschläfernde Atmosphäre.