Die Thür war angelehnt geblieben, die Schritte draußen drangen jetzt deutlicher schwer in den Salon.
„Soll der Herr in sein Schlafzimmer gebracht werden?“ fragte das Mädchen.
Mama ging jetzt, auf Isolde gestützt, zur Thür hinaus. Es lag etwas Hausfräuliches in der Art, wie sie das that, etwas Geschäftiges — ihre alte Weise. Es gab für sie zu thun. Es mußte für einen Gast gesorgt werden.
Drei Männer hatten Doktor Frey aus der Droschke die Treppe heraufgebracht. Ein Droschkenkutscher, ein Dienstmann und ein Herr hielten den schlaff herabhängenden Arm des Toten gefaßt.
Die Hand des Toten hielt ein mit weißem Wollpelz überzogenes Schäfchen mit rotem Halsband, ein Spielzeug, umklammert.
„Er soll in sein Schlafzimmer gebracht werden,“ sagte Mama langsam, völlig klanglos.
Karl stand verblüfft, der Schreck und der Schmerz ließen seine Züge merkwürdig dumm und ratlos im Ausdruck erscheinen.
Die drei Männer folgten Frau Doktor Frey und Isolde.
Jetzt hatte auch Karl seinen Vater mit angefaßt und blickte in das bläuliche, schlappe Gesicht und auf den haltlosen Körper, der einer großen, schweren Masse glich.
Der Droschkenkutscher sagte etwas, um seine Teilnahme auszudrücken, etwas von einem „bösen heiligen Christ“ — das klang schaurig, wie die Stimme aus einem alten Märchen.