Ein scharfer, kurzer Knall — ein schwerer Fall. —

Isolde hatte ihren Schwager Henry Mengersen, den großen Künstler, erschossen.

*

Tiefe, tiefe Stille lag über der Welt.

Die heilige Stunde, die mit Mensch und Tier nichts zu schaffen hat, nur mit der stummen Erde, die vorweltliche Dämmerstunde, in der die einsame Seele vor der großen Stille erschauert, vor der Stille ohne den Menschen, die Stunde in der die Erde Ruhe hat vor dem gierigen Volk mit seinem Jagen und Hetzen, und Fressen und Wüten, seinem Weisethun und Sich-wichtigmachen, seiner Qual und Todesfurcht, seinem Elend, — die heilige Stunde, in der der einsam wache Mensch einmal nicht Herdentier ist, sondern ein Großes, jetzt stilles, von Lebensruhe nur noch vibrierendes Stück Natur.

Und in dieser heiligen Stunde steht Isolde erstarrt vor der Leiche ihres Schwagers.

Mörderin!

Das Wort schreckt sie nicht.

Sie ist ruhig.

Der Anblick schreckt sie auch nicht. Ganz wunderlich fühlt sie sich, als wäre sie so gesund wie noch nie.