Und wie ich sagte: Er heiratete eine junge Ausländerin — schön — klug und sie hatte nicht gelebt und geliebt, wie man sagt, und liebte ihren Mann mit solch einer schönen jungen Liebe und solch einem Verlangen nach Liebe. Und er hatte nicht ein Verlangen nach Liebe und kümmerte sich wenig um sie.

Sie aber war traurig darüber und er ging alle Morgen auf die Jagd.

Im Winter, vor Sonnenaufgang stand er leise auf und ließ sie in Thränen verliebt allein. Da sann sie, wie sie ihn halten könne.

Und einmal war es auch, da wußte sie schon, daß er wieder gehen würde. Draußen lag leichter Schnee über der Welt und der Mond schien helle.

Da war sie es, die aufstand, viel, viel leiser als er, so zart, wie eine Hauch und sie legte ihre Nachtkleider ab und schlüpfte nur in eine weiche Pelz — dann schlich sie fort — und zum Schloß hinaus.

Und unter einer einsamen Linde warf sie ihre Pelz ab und stand in ihre große Schönheit im Mondschein.

Da legte sie sich in den weißen, unberührten Schnee und der Schnee trug die Linien von ihre zarte Gestalt. Dann hob sie sich wieder und schlüpfte in ihr Pelz und eilte schnell in das Schloß zurück, in ihr Schlafzimmer — leise — wie ein Hauch.

Und als der Baron erwachte und sie wollte verlassen, um zur Jagd zu gehen — da sagte sie: ‚O denke, es ist ein edles Wild bis nah vors Schloß gewesen, ich habe seine Spur gesehen unter der Linde.‘

Da lachte er und glaubte nicht.

‚O geh, sagte sie, du wirst es sehn, daß ich wahr sagte.‘