Es sind da auch zwei Seelen in dem einen Raum zu spüren. Zwei grundverschiedene Seelen, mit grundverschiedenen Angewohnheiten.

Das eine schmale Bett mit einem roten, altertümlichen Stück Damastseide zugedeckt, das nach einer Altarverkleidung aussieht; das andere Bett ganz unbedeckt und unsäglich sorgfältig hergerichtet, kein Fältchen, keine Unebenheit. Über diesem Bett hängen Photographien von Familiengliedern, Freundinnen.

Ganze Regimenter Kotillonsträußchen sind zu Sternen und Rosetten geordnet, japanische Papierfächer und allerhand Krimskrams, alles wohl abgestäubt.

An der Wand des Bettes mit der geflickten Purpurdecke ist nichts dergleichen zu sehen; nur ein paar unaufgezogene Originalphotographien nach alten Meistern sind hier mit gelben Zeichenstiften fest gemacht.

Die tiefen, vornehmen Töne unterbrechen das Banale der Wand.

*

Die Thür zum Nebenzimmer wird geöffnet und eine weinerliche Stimme sagt:

„Hast du denn garnichts weiter zu thun?“

Die Stimme gehört einer langen schlanken Frau mit kleinem Kopf und feiner Gestalt.

„Ach — das ist doch zu arg!“