Ein für ihn bequemerer Übergang von Liebe zu Freundschaft ließ sich nicht denken.

Sie hatte ihn geleitet, wie mit Feenhänden.

Ja, er mußte es sich selbst sagen: dieser Übergang gehörte zu seinen angenehmsten Erfahrungen. Er wünschte allen Frauen, daß sie dies so vorzüglich verstehen möchten. Und heute sagte er irgend etwas Derartiges zu Mrs. Wendland und führte ihre gepflegte zarte Hand an seine Lippen.

Sie lächelte gedankenvoll.

„Ja, es war Ihnen sehr bequem, Henry, und deshalb lassen Sie es gelten.

Aber daß ich eine große Künstlerin bin, verstehen Sie nicht. Dazu sind Sie zu philiströs. An eurer Kunst hängt ein großes Stück Philistertum. Es muß alles gezahlt werden mit Gold und Diplomen und so weiter. — — Doch, lassen wir das!“

„Ewig schade, daß Sie ein Weib geworden sind, Mary!“

Henry Mengersen schnippte die Asche von seiner Cigarette mit dem kleinen Finger über die Balustrade.

„Du weißt wohl nicht, mein Freund, wie grob du bist?“ entgegnete sie liebenswürdig. „Jeder Geist an einem Weib ist Verschwendung! Es ist was ich sage: Ihr habt die deutschen Frauen zu Kühen gemacht. Eine Kuh bekommt ihr Junges ohne Geist und ist dazu ein sehr nützliches Tier.

Weshalb soll eine Frau dazu Geist haben, was ohne Geist zu thun ist!“