Sehen wir in irgend einem Ding klar?

Können wir den eigentlichen Wert irgend eines Dinges beurteilen? Gewiß nicht. Also frisch darauf los im Nebel! Uns braucht es nicht zu kümmern. Wer einmal zu den Lebenden gehört, dem ist der Tod gewiß, und was zwischen Geburt und Tod liegt, das macht sich wie von selbst.

Alles, was geschehen ist, geschieht oder geschehen wird, mag es offenkundige Thorheit, oder scheinbare Weisheit sein, füllt das Leben der Generationen aus, führt sie ihren Weg bis zum Vergehen, und keine Thorheit ist Thorheit genug, daß sie nicht ein Menschenleben würdig beschäftigen könnte, eins oder das Leben von Millionen.

Gut ist es, wenn man während des tollen Reigens, der durch das Leben führt, zu dem Mode, Sitte, Vorurteil und Verwirrung den Takt geben, einen ruhigen, praktischen Gedanken in Hirn und Herz halten kann, den nämlich: »Es ist gut, einander zu helfen, es ist das einzige, was Wert hat.«

Herzen und Werke, in denen dieser Gedanke zu spüren ist, mögen gelten.

Mir gefällt es auch, wenn einer seinen Käuzen, mit denen er nun einmal, halsstarrig, wie er ist, die Welt bereichern möchte, wenn er diesen Käuzen Sack und Pack voll Menschenliebe steckt.

Mir gefällt es, wenn einer im heiligen Glauben, Gutes zu thun, seine Käuze ausschickt wie ein Meister seine Jünger. Ich bin jetzt scheinbar weit abgekommen.

Aus meinem behaglichen Wagen also schaue ich nach allen Seiten und sehe überall Leute, die mir sehr bekannt sind, was niemand nach dem eben Gesagten Wunder nehmen wird, denn diese Leute sind meine geliebten Käuze – meine selbstgeschaffenen Gestalten, würde ein ästhetisch Gebildeter sagen.

Da kommt ein armer Judenjunge und reicht mir die Patsche, ein gutes Kerlchen; er hat nicht die übliche krumme Nase, oder vielleicht hat er so eine. Er ist auch ein armes Bürschchen. Sein Herz kann das Böse auf der Welt nicht ertragen, er wird davon zu mächtig gepackt. Salin Kaliske habe ich ihn genannt.