Nun in Gottes Namen! Es kann ja wohl nit von Uebel sein?
Aber das Mädchen, mei Waben thut mir halt leid, – wenn's so still und brav dahinlebt.
Ich hab's ›mein Hausgeist‹ benamst: Herr Sohn, ich hab' Ihm von Ihrem Kind geschrieben, damit Sie wissen, wie's in die Höh gewachsen ißt, – und damit Sie, wenn ich das Zeitliche gesegnet hab', sich beeilen, das Madel zu sich zu rufen.
Indessen wünschen wir unter dem trostreichen Gesang des freudenreichen Alleluia! Leben Sie wohl und seyn Sie von uns alle beyde herzlich gegrüßt, der Herr Sohn, die liebe Frau und die Kinder. Zugleich daß ich Zeitlebens verbleib'
dero
Großmutter.«
Dieser Brief war es hauptsächlich, der auf die Ratsmädchen wie ein Märchen wirkte.
Sie waren stolz darauf, in einem düstern Haus, das von einer Riesenkirche beschattet wurde, eine Schwester zu haben, die eine Mutter Gottes am Halse trug, eine katholische Schwester! Sie sprachen von dem fürchterlich lauten Geläut, von dem die Schwester geweckt wurde, und daß sie mit ihren Händen die Kinder heilte und Leute mit Zahnschmerzen.
Daß gerade ihnen so etwas Merkwürdiges begegnen mußte!
Einmal stand bei Rats eine katholische Magd im Dienst, der waren sie auf Schritt und Tritt nachgeschlichen, denn sie erwarteten immer etwas Merkwürdiges von ihr. Den Rosenkranz der Magd hatten sie befühlt, in ihr Gebetbuch geschaut, – und sie hatte ihnen einmal das »Heilig« vorgesungen, – etwas ganz Außerordentliches.