Das »Heilig« machte den Ratsmädeln tiefen Eindruck. – Häulig! – Häulig! – Häulig! kam es wie aus einem tiefen Keller herauf.
Heilig! Heilig! Heilig! Hell wie aus höchster Höhe.
Dann wieder: Häulig! Häulig! Häulig! aus dem tiefsten Keller – und so fort. So sang es die Magd ihnen vor, und sie selbst hatten es bei Spaziergängen oft zu singen versucht.
Auch von der Beichte war ihnen von der Magd erzählt worden.
Das war alles so unaussprechlich geheimnisvoll. Die Weimaraner zu jener Zeit hatten von »dem Katholischen« keine rechte Idee.
In Weimar gab es auch keine katholische Kirche, und die Magd mußte jährlich einmal nach Jena wandern zur großen Osterbeichte. Da kam sie ihnen vor, wie eine Person aus der biblischen Geschichte, so erhaben; und sie wären augenblicklich mit ihr gegangen, um zu beichten.
Sie beneideten sie.
Ihr eigener Gottesdienst kam ihnen, zu ihrer Schande sei's gesagt, dann ziemlich langweilig vor. Etwas Längeres als eine Predigt schienen ihnen auf der Welt nicht zu existieren.
Das war das Längste.
Aber Budang, Ernst von Schiller und Horny brachten ihnen zum Trost, wenn sie zur Kirche mußten, immer winzige Blumenbouquetchen zum Mitnehmen, oder Budang schnitt ihnen ihre Namen besonders kunstvoll aus, oder auch gaben sie ihnen Malzbonbons mit.