Die Kameraden selbst gingen nur dreimal des Jahres: zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten; dann war es ein großes Fest neben dem Fest, denn da gingen sie alle miteinander.
Wenige Jahre, nachdem Rat Kirsten den langen Brief der Großmutter erhalten hatte, kam wieder einer. Und Röse und Marie lasen auch diesen. Das war auch ein sehr merkwürdiger Brief. Die Großmutter schrieb:
»Hochverehrend libswertester Herr Sohn!
Mein arm Waben hat einen netten Handel mit mir.
Sie ißt halt dazu ausersehen, ein Gott wohlgefälliges Engerl zu sein, das arme Mädel.
Herr Sohn, – 's ißt nun so weit mit mir, wie's sich's gehört, wenn der Herr Gott ein End machen will.
Vorhanden ißt, von allem was gewesen, nur ein zerlumpeter Leichnam noch, voller Gebresten und Jammer, der mir und dem Mädel ein bös Stückl ums andre ausführt. – Um meinet und Ihres Willen mög's nun genug sein. Sie pflegt mich wie eine heilige Nonn – Gott sei's geklagt.
Da gibt's nix. – Ungeduld kennt's scheint's nit – und wenn ich mich ungebärdig stehl vor Schmerz.
Herr Sohn, 's ißt eine schlimme Krankheit, die mir Gott geschigt hat, ein Gebresten vor ein Tier zu gräßlich, geschweige vor ein menschlich Wesen.
Mein Waben ist nun durch Gottes Gnaden einundzwanzig Jahr – und so mög' es dem Herrn gefallen, mich baldn zu erlösen, das wünsch' ich söhnlich, denn ich jammere und stehn ihr die Ohren voll Tag und Nacht.