Ja, das ganze Hauswesen bekam einen glatteren, geräuschloseren Gang.
Das »dritte Ratsmädel« war und blieb still, antwortete freundlich, wenn es gefragt wurde, war immer gleichmäßig liebenswürdig, hatte aber ein ganz undurchdringliches Wesen.
»Schade!« sagten Röse und Marie. Sie waren nach einigen Wochen kaum bekannter mit ihr, als am ersten Tag, und wurden doch von ihr verwöhnt, daß es eine Art hatte.
Sie kämmte den beiden großen Schlingeln das dicke, lange Haar, was bisher immer Frau Rat besorgt hatte, flickte ihnen die Kleider, half ihnen nähen und schneidern und saß bis an die Ohren und mit einem rührenden Eifer in Röses Ausstattungsarbeiten.
Eines Tages gingen alle drei Schwestern miteinander durch den Park.
Da fragte Röse: »Sag' einmal, du erzählst gar nichts von dir. – Wir haben dich doch lieb, – erzähl doch!«
Das zierliche Mädchen sah sie ganz verwundert an. »Wie denn? – Was denn?« fragte sie.
»Na,« sagte Marie, »zum Beispiel, du bist doch viel älter als wir; warst du denn nie verliebt?«
»Nein.«