„Obmann Breydel,“ sprach Robrecht, „ich gebe Euch den Befehl über die Leute von Brügge; Meister De Coninck sei der oberste Anführer. Jetzt ersuche ich Euch, eine gute Pflegerin zu meiner Tochter herbeizuschaffen; besorgt ihr andere Kleider. In Bälde werdet Ihr sie von hier fortführen und vor aller Schmach bewahren. Ich stelle sie unter Euren Schutz, damit sie behandelt wird, wie es ihrer Abkunft entspricht. Meister Breydel, wollet meinen Traber auf den Vorhof führen.“
Nachdem Robrecht von seinen beiden Brüdern Abschied genommen hatte, umarmte er seine Tochter und blickte sie mit größter Innigkeit an. Machteld küßte ihn wiederholt und hielt ihn fest umschlungen.
„Nun, mein Kind,“ fuhr Robrecht fort, „tröste Dich, bald werde ich für immer zurückkehren. In wenigen Tagen wird Dein guter Bruder Adolf wieder bei Dir sein.“
„O, sagt ihm, ich bitte ihn, sich zu eilen.“
„Seid überzeugt, er wird seinem Rosse Flügel verleihen.“
„Gehet nun mit Gott, mein lieber Vater; ich werde über die Trennung von Euch nicht weinen.“
Robrecht verließ endlich seine Tochter und stieg mit den anderen Rittern zu Pferde. Als Machteld den Hufschlag der fortsprengenden Rosse hörte, strömten trotz ihres Versprechens Tränen über ihre Wangen. Doch das hatte keine schlimmen Folgen für sie, denn ihr blieb ein tröstliches Bewußtsein.
De Coninck und Breydel vollzogen die Befehle des Löwen, ihres Gebieters. Eine Frau wurde herbeigeholt, und Machteld erhielt reine Kleidung. Gegen Abend waren alle zu Damm im Lager der Brügger.