„Wir müssen den Leliaert haben,“ heulten die Fleischer, „sterben muß er, der Verräter, der Bastardvlaeme!“
Dieses Geschrei gellte fürchterlich in Gistels Ohren. Es kam ihm vor, als ob die Beile ihm schon den Todesstreich versetzten. Montenay wartete, bis sich das ungestüme Rachegeschrei gelegt hatte, und rief dann von neuem:
„Ihr habt mir gesagt, daß meine Wohnung eine Freistatt sei. Warum brecht Ihr nun das gegebene Wort?“
„Wir werden Eure Wohnung achten,“ antwortete Breydel. „Aber ich gebe Euch mein Wort: weder Châtillon noch Gistel sollen die Stadt lebend verlassen; ihr Blut soll das Blut unserer Brüder sühnen, und wir werden nicht von hier weichen, bis unsere Beile ihnen den letzten Nackenstreich versetzt haben.“
„Und darf ich frei die Stadt verlassen?“
„Ihr, Herr von Montenay, Ihr mögt mit Euren Dienern gehen, wohin Ihr wollt. Kein Haar auf Eurem Haupt soll gekrümmt werden; aber täuscht uns nicht, denn wir kennen die Leute, die wir suchen, nur zu wohl.“
„Nun denn, so sage ich Euch, daß ich binnen einer Stunde nach Kortrijk abreisen werde.“
„Gott nehme Euch in seinen Schutz!“
„Ihr habt also mit wehrlosen Rittern keinerlei Mitleid?“
„Sie haben auch mit unseren Brüdern kein Mitleid gehabt, wir müssen ihr Blut haben. Der Galgen, den sie errichteten, steht noch da.“