„Sprecht, Herr Breydel, sie soll Euch zugestanden werden.“
„Seht, durchlauchtiger Herr,“ fuhr der Obmann fort, „Ihr habt mir heute eine große Gnade erwiesen, aber Ihr wollt mich doch nicht hindern, gegen unsere Feinde zu streiten?“ Die Ritter kamen näher an Breydel heran, seine Worte versetzten sie in großes Staunen.
„Was wollt Ihr damit sagen?“ fragte Gwijde.
„Daß diese Waffen mich überall beengen und kneifen, Herr Graf! Ich kann mich in dem Harnisch nicht rühren, und dieser Helm lastet so schwer auf meinem Kopfe, daß ich den Hals nicht bewegen kann; ich versichere Euch, daß ich mich in diesem eisernen Kerker totschlagen lassen müßte wie ein gebundenes Kalb.“
„Der Harnisch wird Euch vor den Schwertern der Franzosen schützen,“ bemerkte der Ritter.
„Ja,“ entgegnete Breydel, „dessen bedarf ich aber durchaus nicht. Wenn ich frei bin mit meinem Beil in der Faust, dann fürchte ich nichts. Wahrlich, ich würde da eine schöne Figur machen, steif und unbehilflich! Nein, nein, meine Herren, ich will das nicht am Leibe haben; deshalb, Herr Graf, ersuche ich Euch: erlaubt mir, bis nach dem Kampfe Bürger zu bleiben; später will ich dann mit diesem lästigen Harnisch Bekanntschaft machen.“
„Das mögt Ihr halten, wie es Euch beliebt, Herr Breydel,“ antwortete Gwijde, „dennoch seid und bleibt Ihr ein Ritter.“
„Wohlan!“ rief Breydel erfreut, „dann bin ich der Ritter mit dem Beil! Dank, Dank, durchlauchtiger Herr.“
Mit diesem Ausruf lief er zu seinen Leuten, die ihm durch laute Glückwünsche und allerlei Zurufe ihre Freude bekundeten. Er hatte bereits die ganze Rüstung abgeworfen, noch ehe er die Reihen der Fleischer erreichte. Nur den Wappenschild behielt er, den ihm Machteld um den Hals gehängt hatte.