„Aber selbstverständlich!“ rief Dietrich, „der Fuchs kommt mit, und ging's in den Rachen der Hölle! Aber, verzeiht, edler Graf, – ich sage Euch, hier braucht man kein Fuchs zu sein, um die Falle zu merken. Man hat Ew. Hoheit schon einmal gefangen genommen, und Ihr verfolgt schon wieder die gleiche Spur. Gebe Gott, daß die Sache gut abläuft; aber das verspreche ich Euch, daß Philipp der Schöne den Fuchs nicht fangen wird.“

„Ihr urteilt und sprecht allzu leichtfertig, edler Herr!“ entgegnete ihm Gwijde. „Karl von Valois stellt uns einen Geleitsbrief aus und gelobt uns bei seiner Ehre, daß er uns wieder ungehindert nach Flandern zurückbringen wird.“

Die Herren, die Valois' edle Gesinnung kannten, glaubten seinem Versprechen und berieten weiter mit dem Grafen. Inzwischen schlich sich Dietrich der Fuchs unbemerkt aus dem Saal, ging auf den Vorhof und schritt dort in tiefes Nachdenken versunken auf und ab.

Einige Augenblicke später wurde die Brücke herabgelassen, und Robrecht van Bethune ritt auf das Schloß zu. Als er vom Pferde stieg, näherte sich ihm Dietrich und sagte:

„Man braucht erst gar nicht zu fragen, Herr Robrecht, was aus Euerm Feind geworden ist. Das Schwert des Löwen hat noch nie sein Ziel verfehlt. Herr von Châtillon reist wohl schon ins Jenseits?“

„Nein,“ antwortete Robrecht, „mein Schwert ist so heftig auf seinen Helm niedergesaust, daß Châtillon drei Tage lang nicht sprechen kann. Aber er muß seinem Schöpfer danken, daß er nicht erschlagen wurde. Doch ein anderes Unglück hat uns betroffen. Adolf van Nieuwland, der mein Sekundant war, hat mit Saint-Pol gefochten. Adolf hatte Saint-Pol gerade am Kopf verletzt, als unglücklicherweise sein Panzer aufging, so daß die feindliche Waffe den Jüngling tödlich verwundete. Ihr werdet ihn gleich sehen; denn meine Knappen tragen ihn ins Schloß.“

„Aber, Herr van Bethune,“ fragte Dietrich, „haltet Ihr diese Reise nach Frankreich nicht auch für ein recht unbesonnenes Unternehmen?“

„Welche Reise? Ihr setzt mich in Erstaunen!“

„Wißt Ihr denn noch nichts davon?“