Solneß. Ja, so hab ich's.
Hilde. Dann ist wohl auch in Ihnen so — so etwas vom Unhold?
Solneß. Warum gerade Unhold?
Hilde. Nun, wie wollen denn Sie so was nennen?
Solneß (erhebt sich). Mag sein, daß Sie recht haben. (Heftig.) Aber muß ich denn nicht zum Unhold werden — so wie's mir immer und ewig in allem geht! In allem!
Hilde. Wie meinen Sie das?
Solneß (gedämpft, in innerer Erregung). Achten Sie auf das, was ich Ihnen sage, Hilde. Alles, was mir vergönnt wurde zu wirken, zu bauen, zu schaffen, Schönes, Trauliches — Erhabenes auch — (Er ballt die Fäuste.) O es ist doch ein entsetzlicher Gedanke —!
Hilde. Was ist so entsetzlich?
Solneß. Daß ich das alles unaufhörlich aufwägen muß. Dafür bezahlen. Nicht mit Geld. Aber mit Menschenglück. Und nicht mit meinem Glück allein. Mit dem Glücke anderer auch. Ja, da sehen Sie's, Hilde! Den Preis hat mich mein Künstlerplatz gekostet — mich und andere. Und Tag für Tag muß ich ansehen, wie der Preis aufs neue für mich bezahlt wird. Wieder und wieder — und immer wieder!
Hilde (erhebt sich und blickt ihn unverwandt an). Jetzt denken Sie gewiß an — an sie.