Solneß. Nur daß Sie da sind, Hilde!
Hilde (mißt ihn mit dem Blick). Wär nicht übel. Dabei würde es wohl kaum sein Bewenden haben.
Solneß (unüberlegt). Um so besser!
Hilde (heftig). Ich kann nichts Böses vorhaben gegen eine, die ich kenne! Ich kann ihr nichts nehmen, was ihr gehört.
Solneß. Wer sagt denn, daß Sie das sollen?
Hilde (ohne zu antworten). Bei einer Fremden, ja! Das ist etwas ganz anderes. Wenn's eine wäre, die ich in meinem Leben nie gesehen hätte. Aber bei einer, der ich nahe gekommen bin —! Nein! O nein! Pfui!
Solneß. Ja, aber etwas anderes habe ich ja auch nicht gesagt!
Hilde. Ach, Baumeister, Sie wissen recht gut, wie's gehen würde. Und darum reise ich auch ab.
Solneß. Und was soll aus mir werden, wenn Sie fort sind? Wofür habe ich nachher noch zu leben?
Hilde (mit dem unbestimmbaren Ausdruck in den Augen). Mit Ihnen hat's jedenfalls keine Not. Sie haben ja Ihre Pflichten ihr gegenüber. Leben Sie doch für die Pflichten.