Herdal. Das war ein ganz erklärlicher Gedanke.
Solneß. Gewiß. Damals aber ließ ich keine Silbe von so etwas fallen. Ich stand nur da und sah sie an — und wünschte so recht beharrlich, ich hätte sie hier. Dann sagte ich ihr ein paar freundliche Worte — sprach von ganz gleichgültigen Dingen. Und darauf ging sie.
Herdal. Nun?
Solneß. Den nächsten Tag aber, zur Abendzeit, als der alte Brovik und Ragnar heimgegangen waren, da kam sie wieder her zu mir und benahm sich, als hätte ich mit ihr eine Abrede getroffen.
Herdal. Eine Abrede? Worüber?
Solneß. Genau über das, was ich mir nur so gewünscht hatte. Wovon mir aber kein einziges Wort entschlüpft war.
Herdal. Das war recht merkwürdig.
Solneß. Ja, nicht wahr? Und nun wollte sie wissen, was sie hier zu thun bekäme. Ob sie den folgenden Morgen gleich anfangen dürfte. Und dergleichen mehr.
Herdal. Glauben Sie nicht, daß sie es that, um mit ihrem Bräutigam beisammen zu sein?
Solneß. Anfangs war das auch meine Idee. Aber nein, so verhielt sich's nicht. Ihm entglitt sie, sozusagen vollständig — als sie erst hierher gekommen war zu mir.