Oswald. Und dann weiß ich ja, wie lieb du mich hast; dafür muß ich dir dankbar sein. Du kannst mir auch so unendlich nützlich sein, jetzt, wo ich krank bin.

Frau Alving. Ja, nicht wahr, Oswald? Das kann ich. Ach, ich könnte diese Krankheit beinahe segnen, die dich zu mir nach Hause getrieben hat. Denn ich sehe es wohl ein; ich habe dich nicht, ich muß dich erst gewinnen.

Oswald (ungeduldig). Ja, ja, ja; dies sind lauter Redensarten. Du darfst nicht vergessen, Mutter, daß ich ein kranker Mensch bin. Ich kann mich nicht so viel mit andern beschäftigen; ich habe genug mit mir selbst zu thun.

Frau Alving (leise). Ich werde genügsam und geduldig sein.

Oswald. Und froh und lustig, Mutter!

Frau Alving. Ja, mein lieber Junge, du hast Recht. (Geht zu ihm.) — Habe ich jetzt allen Kummer und alle Gewissensbisse von dir genommen?

Oswald. Ja, das hast du. — Aber wer wird die Angst von mir nehmen?

Frau Alving. Die Angst?

Oswald (auf und ab gehend). Regine würde es für ein gutes Wort gethan haben.

Frau Alving. Ich verstehe dich nicht. Was ist's mit der Angst — und mit Regine?