Oswald. Ist es spät in der Nacht, Mutter?
Frau Alving. Es ist schon früh am Morgen. (Sieht in das Blumenzimmer hinein.) Der Tag beginnt schon die Bergspitzen zu erhellen. Und heute wird es ein klarer Tag, Oswald! — Bald wirst du die Sonne sehen.
Oswald. Darauf freue ich mich. — Ach, es giebt ja doch noch so viel, wofür ich leben, worauf ich mich freuen kann —
Frau Alving. Das sollte ich auch glauben!
Oswald. Wenn ich auch nicht arbeiten kann, so —
Frau Alving. O, jetzt wirst du bald wieder arbeiten können, mein lieber Sohn. Nun hast du ja nicht mehr all diese nagenden, drückenden Gedanken, die dich quälen.
Oswald. Nein, es ist gut, daß du mir all diese Einbildungen genommen hast. Und wenn ich jetzt nur noch über dies eine fort kommen kann — — (Setzt sich aufs Sopha.) Jetzt wollen wir mit einander plaudern, Mutter —
Frau Alving. Ja, laß uns das thun. (Sie schiebt einen Lehnstuhl zum Sopha und setzt sich dicht neben Oswald.)
Oswald. — und inzwischen wird die Sonne aufgehen. Und dann weißt du es. Und ich habe nicht mehr diese fürchterliche Angst.
Frau Alving. Was soll ich wissen?