Oswald. Nun, so werde ich mir erlauben, es Ihnen zu sagen. Ich habe sie getroffen, wenn einer oder der andere unserer mustergiltigen Ehemänner und Familienväter hinunter gekommen ist, um sich dort so ein wenig auf eigene Hand umzusehen — und dann den Künstlern die Ehre anthat, sie in ihren bescheidenen Kneipen aufzusuchen. Da konnten wir etwas lernen! Die Herren wußten uns über Dinge und Oertlichkeiten zu erzählen, von denen wir uns niemals hatten träumen lassen.
Pastor Manders. Was? Wollen Sie wirklich behaupten, daß Ehrenmänner von hier zu Hause da draußen — —?
Oswald. Haben Sie denn niemals gehört, wie diese Ehrenmänner bei ihrer Heimkehr sich über die zunehmende Unsittlichkeit im Auslande ausgesprochen haben?
Pastor Manders. Ja, natürlich —
Frau Alving. Das habe auch ich gehört.
Oswald. Ja, man kann ihnen getrost aufs Wort glauben. Sie sind zuweilen sachkundige Leute! (Greift sich an den Kopf.) O — daß das schöne, das herrliche Freiheitsleben da draußen, — daß es so besudelt werden muß!
Frau Alving. Du darfst dich nicht ereifern, Oswald; es schadet dir.
Oswald. Du hast Recht, Mutter. Es schadet mir. Siehst du, es ist diese verdammte Müdigkeit. Ich will noch einen kleinen Spaziergang vor dem Mittagsessen machen. Verzeihen Sie, Herr Pastor; Sie können sich nicht hinein denken; aber es überwältigte mich wieder einmal. (Ab durch die zweite Thür rechts.)
Frau Alving. Mein armer Junge —!
Pastor Manders. Ja, Sie haben Ursache, das zu sagen! So weit ist es also mit ihm gekommen!