Frau Alving (sieht ihn an und schweigt).

Pastor Manders (auf und abgehend). Er nannte sich den verlorenen Sohn. Ja, leider, — leider!

Frau Alving (sieht ihn immer noch an).

Pastor Manders. Und was sagen Sie zu all dem?

Frau Alving. Ich sage, daß Oswald mit jedem Worte Recht hatte.

Pastor Manders (hält inne). Recht? Recht! Mit solchen Grundsätzen!

Frau Alving. Hier in meiner Einsamkeit bin ich dahin gekommen eben so zu denken, Herr Pastor. Aber ich habe mich niemals erkühnt, daran zu rühren. Nun wohl; mein Sohn soll für mich sprechen.

Pastor Manders. Sie sind ein beklagenswerthes Weib, Frau Alving. Aber jetzt muß ich ein ernstes Wort mit Ihnen reden. Jetzt ist es nicht mehr Ihr Geschäftsführer und Rathgeber, Ihr und Ihres verstorbenen Mannes Jugendfreund, der vor Ihnen steht. Es ist der Priester! So wie er in dem schwersten Augenblick Ihres Lebens vor Ihnen stand.

Frau Alving. Und was ist es, das der Priester mir zu sagen hat?

Pastor Manders. Ich muß zuerst an Ihrer Erinnerung rütteln, Frau Alving. Der Augenblick ist gut gewählt. Morgen ist der zehnte Todestag Ihres Gatten; morgen soll das Ehrendenkmal des Verstorbenen enthüllt werden; morgen soll ich zu der ganzen Schaar der Versammelten reden; — aber heute will ich mit Ihnen allein sprechen.