Frau Alving. Ja; Pflichten und Rücksichten zwangen mich dazu. Deshalb log ich jahraus, jahrein meinem Jungen gegenüber. Ah! wie feig, — wie feig bin ich gewesen!

Pastor Manders. Es hat eine glückliche Illusion bei Ihrem Sohne befestigt, Frau Alving, — und das dürfen Sie wahrlich nicht unterschätzen.

Frau Alving. Hm! — wer weiß, ob das sich jetzt als gut erweist. Aber irgend welche Gemeinschaft mit Regine dulde ich unter keinen Umständen. Er soll nicht hingehen und das arme Mädchen unglücklich machen.

Pastor Manders. Nein; du großer Gott, das wäre ja entsetzlich!

Frau Alving. Wenn ich nur wüßte, ob er es ehrlich meint, und ob es zu seinem Glücke führen würde — —

Pastor Manders. Wie? Und was dann?

Frau Alving. Aber dazu würde es nicht führen; denn Regine ist leider nicht derartig veranlagt.

Pastor Manders. Nun, was dann? Was meinen Sie?

Frau Alving. Wenn ich nicht so gottsjämmerlich feige wäre, wie ich es bin, so würde ich zu ihm sagen: »verheirathe dich mit ihr, oder richtet euch ein, wie ihr wollt; aber nur keinen Betrug!«

Pastor Manders. Aber du barmherziger —! Eine gesetzmäßige Ehe dann! Etwas so Entsetzliches —! Etwas so Unerhörtes!