Frau Alving. Ja. Sagen Sie unerhört? Die Hand aufs Herz, Pastor Manders; glauben Sie nicht, daß es da draußen im ganzen Lande umher viele Ehepaare giebt, die eben so nahe verwandt sind?
Pastor Manders. Ich verstehe Sie durchaus gar nicht!
Frau Alving. O, Sie verstehen mich sehr wohl.
Pastor Manders. Nun, — Sie denken sich den möglichen Fall, daß —. Ja, leider ist das Familienleben nicht immer so rein, wie es sein sollte. Aber das, worauf Sie abzielen, sind doch immer nur Dinge, die man nicht wissen kann, — wenigstens nicht mit Bestimmtheit. Hier hingegen —; daß Sie, die Mutter, zugeben wollen, daß Ihr —!
Frau Alving. Aber ich will es ja nicht. Ich will es um keinen Preis der Welt; das ist's ja grade was ich sage.
Pastor Manders. Aber nur deshalb nicht, weil Sie feig sind, wie Sie sich ausdrücken. Wenn Sie also nicht feig wären —! Du mein Schöpfer! — eine so empörende Verbindung!
Frau Alving. Ja, man sagt, daß wir alle miteinander aus solchen Verbindungen stammen. Und wer ist es, der es derartig auf dieser Welt eingerichtet hat, Pastor Manders?
Pastor Manders. Solche Fragen erörtere ich nicht mit Ihnen, Frau Alving; dazu haben Sie durchaus nicht den rechten Sinn. Daß Sie aber zu sagen wagen, es sei nur Feigheit Ihrerseits — —!
Frau Alving. Jetzt sollen Sie hören, wie ich es meine! Ich bin furchtsam und scheu, weil in mir etwas von diesem Gespensterartigen steckt, das ich niemals so recht los werden kann.
Pastor Manders. Wie nannten Sie es?