Oswald. Niemals, wenn ich zu Hause bin. — Doch das verstehst du nicht.
Frau Alving. Doch, doch, ich glaube beinahe, daß ich es verstehe — jetzt!
Oswald. Diese — und dann die Arbeitsfreudigkeit. Ja, das ist im Grunde beinahe dasselbe. Aber auch von der wisset ihr hier nichts.
Frau Alving. Darin magst du Recht haben. Oswald, laß mich mehr davon hören.
Oswald. Ja, ich meine nur, daß euch hier gelehrt wird zu glauben, daß die Arbeit ein Fluch und eine Sündenstrafe sei — und daß das Leben ein jämmerliches Etwas, mit dem man je früher, desto besser zu Ende kommt.
Frau Alving. Ein Jammerthal, ja. Und dazu machen wir es auch ehrlich und redlich.
Oswald. Aber von solchen Dingen wollen die Menschen da draußen nichts wissen. Da giebt es niemanden mehr, der noch an solche Lehren glaubt. Da draußen empfindet man das bloße Dasein als etwas so jubelnd Glückseliges. Mutter, hast du nicht bemerkt, daß alles was ich gemalt habe, sich um die Lebensfreudigkeit dreht? Immer und beständig um die Lebensfreudigkeit. Da draußen sind Licht und Sonnenschein und Sonntagsluft — und strahlende, glückliche Menschengesichter. — Deshalb fürchte ich mich, hier bei dir in der Heimat zu bleiben.
Frau Alving. Du fürchtest dich? Was fürchtest du hier bei mir?
Oswald. Ich fürchte, daß alles, was in mir tobt, hier in Unsittlichkeit ausarten könnte.
Frau Alving (blickt ihn fest an). Glaubst du, daß das geschehen würde?