REBEKKA. Das ist nicht wahr! Nicht ich, Sie selbst haben ihn unglücklich gemacht.

KROLL. Ich!

REBEKKA. Ja Sie! – indem Sie ihm den Wahn in den Kopf setzten, er wäre schuld an Beatens schrecklichem Ende.

KROLL. Ah, es hat ihn also doch gepackt?

REBEKKA. Das können Sie sich doch denken. Ein so weiches Gemüt –

KROLL. Ich glaubte, ein sogenannter Freigewordner wär über all solche Skrupel erhaben ... So also stehts mit uns! Ach ja, – offen gesagt: das hab ich erwartet. Der Nachkomme jener Männer, die von den Wänden dort auf uns herabschauen, – es gelingt ihm nicht, sich von all dem loszureißen, was von Geschlecht zu Geschlecht sich auf ihn vererbt hat.

REBEKKA (sieht gedankenvoll vor sich hin). Ja, Johannes Rosmer ist mit sehr starken Wurzeln an sein Geschlecht gebunden. Das ist wahr.

KROLL. Und darauf hätten Sie Rücksicht nehmen müssen, wenn Sie ein Herz für ihn gehabt hätten. Aber derartige Rücksichten konnten Sie nicht gut nehmen. Ihre Voraussetzungen sind von den seinen ja so himmelweit verschieden.

REBEKKA. Welche Voraussetzungen meinen Sie?

KROLL. Ich meine die Voraussetzungen, Fräulein West, die sich auf die Familie, – die Geburt beziehen.